Wie ich zu meinem “süßen Begleiter” kam

Meine Diagnosegeschichte beginnt im Jahr 2000. Ich war damals sechseinhalb Jahre alt und gerade erst eingeschult worden. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern, da das ganze nun schon 16,5 Jahre her  ist und ich damals noch recht klein war. Ich weiß nur noch, dass ich im Sommer mit meiner Oma und meiner Mutter ein Einschulungskleid kaufen war und meine Oma irgendwann genervt war, weil ich gefühlt alle 10-15 Minuten auf Toilette musste und dauernd Durst hatte. Auch war ich zu der Zeit oft sehr launisch und weinerlich, außerdem hatte ich recht viel abgenommen. Irgendwann kam das meiner Familie wirklich ungewöhnlich vor, es wurde ein Urintest in der Apotheke gekauft und als der nichts Gutes verheißen ließ ging es ab zum Kinderarzt. Dort hat mir die Frau Dr. einmal in den Finger gepikst, Blutzucker gemessen und dann war es klar. Ich habe Diabetes und brauche dringend Insulin, denn der Blutzucker war sehr hoch. Meine Mutter und ich bekamen dann eine Einweisung fürs Kinderkrankenhaus Wilhelmstift und dort ging es noch am gleichen Abend hin. Kaum angekommen wurde Blutzucker gemessen, es gab die erste Dosis Insulin und eine Weile später durfte ich sogar ein klein wenig was essen. Wie es mir damals damit ging weiß ich nicht mehr so genau, was nach all den Jahren ja auch kein wirkliches Wunder ist. Toll fand ich das alles aber bestimmt nicht.

Ich war damals zwei Wochen im Krankenhaus und musste in dieser Zeit viel lernen. Meine Eltern hatten in diesen zwei Wochen viele Schulungen, denn sie mussten ja lernen wie man das Essen und die Insulindosen richtig berechnet, ab wann mit Insulin korrigiert werden muss, wann ich etwas zu essen brauche, welche Symptome bei Unter- und Überzuckerungen auftreten, was in Ausnahmesituationen zu tun ist, wann man einen Rettungswagen braucht und noch ganz viel mehr. Das muss damals sehr viel auf einmal für die beiden gewesen sein und ich stelle es mir nicht einfach vor. Ich hingegen musste zwar lernen mich zu spritzen, zu akzeptieren, dass ich für den Rest meines Lebens nun spritzen und Blutzucker messen muss und noch ein paar Dinge, aber mit knapp sechs Jahren braucht man noch nicht ganz so viel Verantwortung tragen und auch nicht alles können. Also hatte ich es, so denke ich zumindest, damals etwas leichter als meine Eltern.

Inzwischen mache ich natürlich all das was zu Anfang meine Eltern gemacht haben alleine. Die ersten Jahre lief alles recht gut und es gab nur selten so richtige Schwierigkeiten, aber mit der Pubertät kamen dann doch so einige Hürden, es lief nicht immer alles so wie es sein soll und ich hatte so manche Hochs und Tiefs. Dazu werde ich aber irgendwann mal gesondert etwas schreiben, denn es gehört ja nicht mehr zur Geschichte meiner Diagnose.

Jetzt wisst ihr schonmal ein wenig mehr über mich und meinen “süßen Begleiter”, der mich schon mehr als zwei Drittel meines Lebens ein Teil von mir ist.

Gibt es Spezielles das euch zu diesem Thema mehr interessiert ? Wenn ja schreibt es mir doch gerne in den Kommentaren.

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