Wachsmalbilder

Ihr kennt sie bestimmt alle oder ? Diese Leinwände, an deren einer Seite ganz viele Wachsmalstifte kleben, die dann nach unten, nach oben oder zur Seite hin verlaufen. Meine zwei Beispiele sind zwar keine kleinen Geschenke, so wie es die Kategorie behauptet, aber man kann sie auch wunderbar auf ganz kleine Leinwände machen und dann verschenken.
Für ein solches Bild grundiert man zuerst eine Leinwand, beschriftet oder bemalt sie nach den eigenen Vorstellungen und anschließend beginnt man mit den Wachsmalstiften. Diese klebt man mit flüssigem Bastelkleber oder einer Heißklebepistole auf die Leinwand. Zuvor muss man die Stifte allerdings noch aus ihrer Papierhülle befreien. Bei der Variante mit der Heißklebepistole muss man aber darauf achten, dass man die Wachsmalstifte nicht zu früh und nicht zu spät auf den Kleber drückt. Ist der Heißkleber noch zu heiß schmelzen die Stifte nämlich leicht an und halten nicht. Wenn der Heißkleber allerdings schon zu weit abgekühlt ist, klappt es auch nicht mehr mit dem Ankleben der Stifte.

Klebt man die Stifte mit flüssigem Bastelkleber auf, muss man darauf achten die Stifte irgendwie zu fixieren, da sie sonst zur Seite rollen und nicht an ihrem Platz bleiben. Sobald die Wachsmalstifte fest auf der Leinwand kleben beginnt man damit sie vorsichtig anzuföhnen. Wichtig hierbei ist, dass man sich genügend alte Zeitung unterlegt und auch die Wände damit schützt, für den Fall dass das Wachs spritzt. Wir haben das ganze auf dem Balkon gemacht und dort nur den Boden mit Zeitung ausgelegt. Wenn ihr also alles ausgelegt habt, stellt ihr euch die Leinwand so hin, dass die Stifte oben sind und unten die Seite ist, in deren Richtung die Farben verlaufen sollen. Dann beginnt ihr damit die Wachsmalstifte vorsichtig schräg von oben mit dem Föhn anzupusten. Das macht ihr so lang, bis die Farben anfangen zu verlaufen. Aufhören könnt ihr dann sobald euch die verlaufenen Spuren lang und stark genug sind. Anschließend muss das Bild trocknen.

Bei meinem ersten Versuch habe ich eine quadratische Leinwand genommen, diese weiß gelassen und einen Spruch von Astrid Lindgren in schwarz daraufgeschrieben.
Die Wachsmalstifte habe ich dann in der Form eines Herzen drum herum geklebt und die Stifte nach außen hin zum Verlaufen gebracht. Mit dem Ergebnis
bin ich zwar ganz zufrieden und es ist ein wirklich toller Hingucker im Flur unserer WG, aber das Föhnen war etwas kniffelig denn ich wollte ja im Herzen keine Wachsspuren haben und das war gar nicht so leicht hinzubekommen. Auch habe ich die Wachsmalstifte mit flüssigem Bastelkleber aufgeklebt und hatte das Problem mit dem Wegrollen von dem ich oben schon geschrieben habe. Am Ende hat es dann ja aber doch noch geklappt und nun bringt es etwas Farbe in unseren WG-Flur.

Der zweite Versuch war dann ein Bild für meinen Freund zum Geburtstag. Damals war sein Wohnzimmer noch so leer und es gab keine Bilder. Also haben ein paar Freundinnen und ich beschlossen ein Bild für sein Wohnzimmer zu gestalten. Dafür habe ich am Vorabend eine 70×120 cm große Leinwand mit Acrylfarben in verschiedenen Grautönen grundiert. Am nächsten Vormittag kamen dann drei der Mädels und wir haben erstmal überlegt welches Motiv wir auf die Leinwand malen möchten. Vorher hatten wir schon festgelegt, dass es die Skyline von Hamburg werden soll, aber wir waren uns noch nicht ganz sicher wie genau wir sie gestalten wollten. Also haben wir erstmal ein paar Bilder im Internet gesucht, uns dann für eine Skyline entschieden und anschließend habe ich sie ausgedruckt. Jetzt hatten wir also eine Skyline in der Größe der Querseite eines DIN A4 Blattes und sollten diese auf eine Länge von 120 cm bringen. Nach kurzem Überlegen haben wir uns dann dazu entschieden genau auszurechnen, wie viele cm auf der Leinwand ein cm auf der Vorlage sind und es dann Maßstabsgetreu auf die Leinwand zu zeichnen. Da das eine ganz schöne Feinarbeit ist und auch eine Weile dauert, haben wir uns dann dazu entschieden, dass zwei von uns die Skyline zeichnen und die anderen beiden die Wachsmalstifte aufkleben. Zuvor haben wir aber noch gemeinsam die knapp 90 Wachsmalstifte der Farbe nach sortiert um am Ende einen schönen Farbverlauf zu haben. Diesmal wurden die Stifte mit der Heißklebepistole aufgeklebt, was die meiste Zeit auch gut geklappt hat. Nur ab und an gab es Probleme, weil die Stifte zu früh oder zu spät aufgedrückt wurden. Das lässt sich ja aber alles korrigieren.

Nachdem wir dann also alle Stifte sortiert und halbiert hatten (die Stifte waren recht lang und dünn und hätten in einfacher Ausführung nicht für die ganze Länge gereicht), sie aufgeklebt waren und die Skyline gezeichnet war, waren wir fast bereit zum Föhnen. Ich sage nur fast, weil uns noch etwas fehlte. Zuerst wussten wir nicht was, aber dann kam uns noch die Idee das Wort Hamburg unten in die Skyline einzubauen. Also haben wir noch kurz Buchstabenschablonen angefertigt und mit ihnen den Schriftzug unter den Gebäuden in die Skyline gezeichnet. Im Anschluss haben wir uns dann mit drei Föhnen bewaffnet und sind mit dem Bild auf den Balkon gegangen, damit wir nicht das halbe Wohnzimmer mit Wachsspritzern beschmutzen. Die Wände und Scheiben auf dem Balkon konnte man nämlich viel leichter abwischen. Der Föhnvorgang hat bei unserem doch recht großen Bild so ungefähr 30 Minuten gedauert. Eventuell war es auch ein wenig mehr oder weniger … ich habe die Zeit nicht mehr so ganz in Erinnerung. Nach dem Föhnen haben wir dann noch die Skyline mit schwarzer Acrylfarbe ausgemalt und danach alles schön trocknen lassen.

Ein Ausschnitt vom Hamburg-Bild. Auf beiden Seiten ist als äußerste Farbe blau.

Das Ergebnis lässt sich zeigen und hat dem Geburtstagskind sehr gefallen. Vor kurzem ist noch ein weiteres Bild entstanden. Es ist das „Flensburg-Bild“, dass ihr hier auch auf den Bildern sehen könnt. Eine ganz liebe Freundin hat mir dabei geholfen die Stifte zu sortieren, zu zerteilen und aufzukleben. Demnächst habe ich noch ein „Miniaturprojekt“ in dieser Art vor, aber genaueres kann ich noch nicht verraten.

Nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren!

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