Unser Weg zum Wunschkind

Im letzten Beitrag erwähnte ich ja schon, dass es für uns gar nicht so einfach war schwanger zu werden. Ich weiß, dass dies ein Thema ist über das nicht viel gesprochen wird. Daher finde ich es aber umso wichtiger euch davon zu erzählen. Vielleicht kann es ja der ein oder anderen von euch helfen.

Planung ist wichtig

Hat man Diabetes Typ 1 sollte man, wenn möglich, eine Schwangerschaft immer planen. Es ist einfach besser wenn der HbA1c bzw. die „Time in range“ in einem guten Bereich und konstant ist. Zudem sollten die Basalte und die ganzen Faktoren gut passen. Zwar müssen diese im Verlaufe der Schwangerschaft auch immer wieder angepasst werden, aber dies ist nunmal leichter, wenn die Ausgangslage stimmt.

Solche Kurven sollte man natürlich meiden, wenn man schwanger ist oder eine Schwangerschaft plant. Zum Glück sahen meine Kurven nur äußerst selten so aus.

Aus genau diesen Gründen fingen wir vor knapp 2,5 Jahren mit der Planung an. Ich nahm an einer Schulung teil, feilte an meiner Basalrate und den Faktoren und gab mir die größte Mühe um meinen HbA1c zu verbessern. Zusätzlich sprach ich mit meinem Diabetologen, meinem Frauenarzt und auch meinem Hausarzt über das Thema. Mein Diabetologe half mir bei der Einstellung und mein Frauenarzt kümmerte sich um meine Schilddrüse, da ich zusätzlich zum Diabetes schon seit einigen Jahren noch Hashimoto-Thyreoditis habe.

Pille, Hormonchaos und PCOS

Die Pille nahm ich zu diesem Zeitpunkt schon ungefähr 3 Jahre nicht mehr. Da ich aber trotzdem einen sehr unregelmäßigen Zyklus hatte, besprach ich mit meinem Frauenarzt, dass ich testweise Mönchspfeffer nehmen sollte. Dieser sollte den Zyklus stabilisieren und eine gewisse Regelmäßigkeit reinbringen. Zu Beginn klappte das auch wirklich gut, doch als es in die „aktive Übungsphase“ gehen sollte, fingen die Unregelmäßigkeiten wieder an. Anfangs versuchte ich mich einfach zu entspannen und zu glauben, dass das schon alles werden wird. Nachdem die Unregelmäßigkeiten dann aber immer größer wurden, sprach ich noch einmal mit meinem Frauenarzt.

Dieser nahm dann Blut ab und stellte ein hormonelles Ungleichgewicht fest. Nach einer weiteren Blutabnahme war dann klar: Ich habe PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom). Mein Testosteronwert und der Wert des Prolaktins waren zu hoch. Zweitens konnten wir direkt mit einem Medikament behandeln und mein Frauenarzt hatte die Hoffnung, dass der Testosteronwert damit auch sinken würde. Als dies nach ein Paar Monaten dann noch immer nicht der Fall war und es mit der Schwangerschaft noch immer nicht geklappt hatte, bekam ich eine Überweisung zum Endokrinologen.

Die Hoffnung nich aufgeben. Das war unser Motto.

Der Endokrinologe schaute sich dann erneut die Blutergebnisse an und beschloss, dass wir es mal mit Metformin versuchen sollten (Achtung: Metformin wird hier im Offlabeluse genutzt und muss in einem solchen Fall selbst bezahlt werden. Und natürlich muss das mit den Ärzten abgesprochen sein.). Durch das Metformin musste ich meine Basalrate und alle Faktoren wieder neu anpassen und austesten. Nach einer Weile lieft alles ganz gut und trotzdem dauerte es noch einmal ein halbes Jahr, bis wir einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten durften.

Alles eine Sache der Einstellung?

Während all dieser Zeit habe ich einige Ovulationstests, Schwangerschaftstest, Tees und noch einiges mehr verbraucht und ausprobiert. Auch wenn für viele andere knapp 1,5 Jahre nicht lang sein mögen, so war es für uns doch keine einfache Zeit. Zwischendurch schien dieser Wunsch einfach unerfüllbar und unglaublich weit weg. Verkündete dann irgendwer im Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis eine Schwangerschaft, versetzte es mir doch oft einen leichten Stich ins Herz. Klar habe ich mich mit allen mitgefreut, doch tat es auch jedes Mal ein wenig weh und ich habe mich gefragt warum es bei uns einfach nicht klappen mag. Ein häufiger Tipp von Außenstehenden war dann: „Bleibt ganz entspannt und denkt einfach nicht zu sehr daran:“ Das ist aber gar nicht so einfach, wenn um einen herum alle schwanger werden oder Babys bekommen.

Tja… was soll ich sagen. In dem Monat, in dem ich niemals damit gerechnet hätte, in dem ich viel zu tun hatte und auch viel unterwegs war… in dem hat es geklappt. Ob es wirklich damit zu tun hatte, dass ich weniger an den Kinderwunsch gedacht habe oder ob es reiner Zufall war, werden wir wohl nie erfahren.

Was ich euch aber auf jeden Fall raten kann ist: Versucht geduldig zu sein, auch wenn das phasenweise wirklich schwer ist. Gebt nicht auf. Und sprecht mit einer vertrauten Person über eure Sorgen, Ängste und Gefühle, wenn es euch zu sehr belastet. Mir hat es sehr geholfen ab und an mit einer guten Freundin darüber sprechen zu können.

Jetzt seid ihr dran. Erzählt gerne von euch… Seid ihr schon Eltern? Hat es bei euch auch eine Weile gedauert oder war es ganz einfach? Vielleicht seid ihr auch erst in der Planung?
Wenn ihr Fragen habt, dann könnt ihr diese auch gerne unter diesem Beitrag oder per E-Mail stellen.

Habt einen wundervollen Tag!

Eure Toni

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