#Realtalk – Folgekomplikationen

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Viele Jahre habe ich die Folgekomplikationen, die der Diabetes so mit sich bringen kann, ignoriert. Obwohl – ignoriert kann man es nicht wirklich nennen, denn ich war noch sehr jung. Klar wurde mir immer mal davon erzählt und ich wusste schon was passieren kann, wenn man nicht auf sich und seine Werte achtet. Wie schnell das alles aber gehen kann, war mir damals noch nicht bewusst. In der Pubertät und der damit verbundenen „schwierigen Phase“, hatte ich auch im Hinterkopf was alles passieren kann, aber ich habe es komplett verdrängt. Erst als mir dann bei einer Schulung Leute begegneten die schon einige Komplikationen hatten, wurde mir wieder bewusst was wirklich alles passieren kann. 

Davon hatte ich in der Pubertät zu viele… zum Glück wurden mir rechtzeitig die Augen geöffnet.

Meine Eltern, Großeltern und mein Bruder haben keinen Typ 1 Diabetes, aber im größeren Kreis meiner Familie gibt es tatsächlich noch eine Person, die ihn auch hat. Durch diese Person wurden mir zum Ende der Pubertät hin auch nochmal ein wenig mehr die Augen geöffnet, denn leider hat dieses Familienmitglied schon mit einigen Folgekomplikationen zu kämpfen. Damals, das ist wirklich schon einige Jahre her, haben wir uns nach langer Zeit mal wieder gesehen und sprachen ein wenig über den Diabetes. Wir sprachen über unsere Art der Therapie und noch einiges mehr. Als ich dann mitbekam, wie mein Gegenüber mit seinem Diabetes umging, wurde mir klar, dass ich es lange Zeit ähnlich (etwas weniger extrem) getan hatte und dass dies wirklich alles andere als gut war. Dieses Gespräch öffnete mir die Augen und sorgte dafür, dass mir die verdrängten Folgekomplikationen wieder präsenter wurden. Mir wurde klar, dass ich meinem Körper das nicht länger antun kann und wirklich radikal etwas ändern muss. Ein Bisschen was hatte ich schon vorher verändert, aber das war dann doch nochmal ein Anstoß dafür, komplett von vorne anzufangen und mich wieder viel mehr mit dem Diabetes auseinanderzusetzen.

Neue Stadt, das erste Mal alleine Wohnen… das war nicht so leicht.

Eine Zeit lang lief auch alles wirklich gut, aber dann kam die Zusage für mein Studium. Der Auszug von Zuhause stand an und dann auch noch direkt in eine andere Stadt, ca. 300 km von der Heimat entfernt. Anfangs lief alles weiterhin super, dann wurde ich wieder etwas nachlässiger, was den Diabetes angeht, aber ich fing mich zum Glück sehr schnell wieder. Erst recht als ich mit meinem neuen Diabetologen darüber nachdachte eine Pumpe zu beantragen. 

Mir ging es also, nach einer kleinen Findungsphase im neuen Alltag, super und ich kam mit meinem Diabetes gut zurecht. Dadurch rückten die Gedanken an Folgeerkrankungen wieder mehr in den Hintergrund. In der Uni hatte ich allerdings einen Kommilitonen, der auch Typ 1 Diabetes hatte. Zum Ende des ersten Studienjahres wurde mir durch ihn aber wieder bewusst, was der Diabetes mit uns macht, wenn wir uns nicht richtig um ihn kümmern. Durch ihn sah ich, was ich mit meinem Körper lange Zeit gemacht hatte und verstand zum ersten Mal, wie unschön das damals für meine Mitmenschen gewesen sein musste. 

Nach diesem ersten Studienjahr wechselte ich die Uni, zog in eine andere Stadt, fand eine neue Ärztin und seitdem tue ich alles dafür, dass ich noch sehr lange ohne Folgekomplikationen meines Diabetes leben kann. Mir ist bewusst, dass es einen auch dann treffen kann, wenn man sehr auf sich achtet. Die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer, wenn wir uns gut um unseren Körper kümmern, als wenn wir dies nicht tun.

Jetzt bin ich aber mal auf eure Geschichten gespannt. Wie geht ihr mit dem Thema Folgekomplikationen um? Verdräng ihr sie eher oder sind sie euch sehr präsent. Habt ihr vielleicht sogar welche und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Macht euch einen tollen Tag! 


Eure Toni

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