Pumper oder Looper?

Samstag in der Diabetes Blog Woche, wir widmen uns heute dem Thema “Loopen” und die Frage des heutigen Tages ist “Pumpst du noch oder loopst du schon?”.

Ich selber habe eine Pumpe und ein CGM-System. Beide kommunizieren miteinander, meine Pumpe schaltet sich ab, wenn mein Blutzucker auf dem Weg Richtung Unterzuckerung ist und warnt mich sowohl bei schnell ansteigenden Werten, bei hohen Blutzuckerwerten und bei zu niedrigem Blutzucker. Ein Closed-Loop-System ist das aber noch nicht. Für ein Closed-Loop müsste meine Pumpe auch noch selber mehr Insulin abgeben, sobald die Werte länger zu hoch sind, usw.

Die Insulinzufuhr unterbrechen kann mein System schon und Alarme geben auch… Closed-Loop ist das aber noch nicht.

Warum aber habe ich kein Closed-Loop-System?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bisher nicht sehr viel Interesse an einem solchen System hatte. Mir ist das ganze ein wenig zu viel Technik, auf die ich mich verlassen müsste. Auch ist so ein System in Deutschland bisher nicht offiziell zugelassen, weshalb mir das alles auch ein wenig zu unsicher ist. Was wäre denn, wenn z.B. etwas passiert (eine starke Unterzuckerung, eine Ketoazidose,…), weil der CGM-Sensor falsche Werte liefert o.ä.? Dann übernimmt niemand die Kosten die dadurch entstehen. Das möchte ich ungern riskieren… wie seht ihr das? Würdet ihr es trotzdem wagen?

Ein anderer Grund, weshalb ich noch kein Closed-Loop-System habe ist, dass meine Pumpe und mein CGM dazu nicht geeignet sind. Untereinander sind sie ein super Team, aber richtiges ein Closed-Loop kann man aus ihnen nicht machen. Seit 1,5 Jahren habe ich mein System jetzt und es werden noch mindestens 2,5 weitere Jahre folgen. Wie ich das ganze mit dem Closed-Loop bis dahin sehe, weiß ich noch nicht. Ich lasse mich einfach überraschen. Vielleicht gibt es in 2,5 Jahren ja schon ein fertiges Closed-Loop-System, das man nicht selber bauen muss. Eventuell haben sich meine Einstellung und mein Leben bis dahin so geändert, dass ich bereit bin ein solches System zu nutzen/ zu probieren. Ich weiß es jetzt noch nicht und lass mich einfach überraschen, was die Zukunft so bringen wird.

Ich liebe mein System und bin dankbar, dass es so was schon gibt. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Und wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr noch die herkömmliche Kombination aus Pumpe und CGM, den Pen, ein normales Messgerät oder habt ihr ein Closed-Loop-System?

Morgen ist schon der letzte Tag der Diabetes Blog Woche und da wird es um das Thema “Meine persönliche Diabetes-Inspiration” gehen. Es wird Zeit für ein Danke an die, die uns motivieren, helfen und uns Mut machen. Ihr dürft gespannt sein.

diabetes-blog-woche

 

 

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2 thoughts on “Pumper oder Looper?

  1. Hi Antonia, zur Frage “Was wäre denn, wenn z.B. etwas passiert (eine starke Unterzuckerung, eine Ketoazidose,…)” – da würde ich mal die (gewagte) Behauptung aufstellen: nicht viel anderes als ohne Loop 😉

    Was sind denn die Situationen in denen Schäden/Kosten entstehen: hauptsächlich zum einen Krankenhausaufenthalte. Hierbei habe ich noch nie gehört, dass Untersuchungen angestellt würden, wie es zur Unterzuckerung oder zur Keto kam, “Verursacher” ist der Mensch mit Diabetes, und der ist zu diesem Zweck krankenversichert. Gründe wie falsche Einstellung oder Geräteversagen spielt da für die Versicherung glaube ich keine Rolle, vielleicht fragt der Arzt mal nach bevor er einen entlässt. Kennt jemand Fälle in denen Tatsächlich ein Gerätehersteller (Minimed, Dexcom, Libre, …) für irgendetwas haften musste?

    Zum Anderen Autounfälle, bei denen der Diabetes polizeilich oder wie auch immer bekannt wird, dann spielt auch keine so große Rolle mehr ob man Schuld am eigentlichen Unfall hat oder nicht – man muss strafrechtlich nachweisen, dass der Blutzucker zur Fahrt und zum Unfallzeitpunkt nach bestem eigenen Wissen im grünen Bereich war. Auch die Versicherung versucht dann eventuell eine eigene Schuld nachzuweisen. Hier könnte eine nicht zugelassene Behandlungsmethode in der Tat zu einem Problem führen, aber auch mit “klassischer” Behandlung landet man hier sehr leicht im Fettnäpfchen. Wenn das noch gilt, was ich kürzlich in einem anderen Blog gelesen habe, nämlich das zwar der Dexcom zur “ausschließlichen” Messung zugelassen ist, aber nicht der Enlite, müsstest du mit dem 640G möglicherweise eine blutige Messung vor der Fahrt nachweisen. Abseits vom Kleingedruckten ist es mit CGM (das Looper oder die meisten 640G-Besitzer haben) aber leichter eine Nicht-Schuld nachzuweisen (falls diese auch nicht vorliegt). Das ist natürlich alles nur meine Meinung, habe zum Glück keine Erfahrungen damit gemacht 😉

    Auf der anderen Seite *kann* ein gut funktionierender Loop UZ, ÜZ, Stress und Komplikationen vermindern und somit verhindern, dass es überhaupt zu Situationen kommt, in denen Kosten entstehen.
    Mir sind Vorteile für die eigene Gesundheit und Lebensgefühl da wichtiger als Angst vor was-wäre-wenn-Situationen, die wie aufgeführt auch mit zugelassenen Geräten doof sein können. Gleichzeitig sehe ich aber vollkommen ein, dass es Diabetiker gibt, die mit anderen Behandlungsformen und sogar Spritzen dieses Level an Zufriedenheit erreichen, oder denen einfach die Bastelei für die DIY-Variante zu umständlich ist.

    1. Hallo Marcel,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann gut nachvollziehen was du meinst.In meinem Beitrag habe ich ja lediglich meine Bedenken mitgeteilt, die ich bisher hatte, weil ich es so auf Veranstaltungen oder in anderen Artikeln mitbekommen habe. Danke für deine ausführlichen Erklärungen, die einem doch etwas die Bedenken nehmen können.
      Klar kann ein funktionierender Loop auch UZ, ÜZ usw. vermeiden oder vermindern. Für mich wäre er trotzdem noch nichts. Ich mag mich halt nicht so komplett von einem technischen Hilfsmittel abhängig machen. Vielleicht ändert sich meine Einstellung ja, sobald es die ersten “fertigen” Loops gibt und man nicht mehr alles allein basteln muss. 😉
      Liebe Grüße, Toni

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