Immer positiv denken!

„Immer positiv denken!“ …

Das ist ein Satz den ich gerne mal nutze, wenn jemand den ich gern habe schlecht drauf ist und denkt, die jeweilige Situation könnte nicht schlimmer sein. Ist es aber wirklich so leicht immer positiv zu denken? Nein das ist es nicht – ganz und gar nicht, aber einen Versuch ist es immer wert.

Habe ich in Sachen Diabetes zum Beispiel mal ein Tief, was schon ab und an vorkommen kann, dann denke ich immer über die positiven Seiten des Diabetes nach. Schließlich hat es nicht nur Nachteile, wenn man diese Erkrankung hat und sie hat auch nicht nur negative Seiten. Im Folgenden habe ich meine Top 5 der positiven Seiten des Diabetes.

1 Fit im Kopfrechnen

Trotz Bolusrechner rechne ich oft die Menge meines Bolusinsulins im Kopf nach und auch die Kohlenhydratmenge in meinem Essen rechne ich meist im Kopf aus. Ich weiß, dass das nicht unbedingt nötig wäre, da es ja Taschenrechner gibt, aber so bleibe ich immer fit im Kopfrechnen.
Hätte ich den Diabetes aber nicht, dann wäre ich im Kopfrechnen bestimmt weniger gut.

2 Konzerte & Theater

Dank Diabetes durfte ich schon oft etwas Saft oder Müsliriegel mit in Konzerte oder ins Theater nehmen. Schließlich brauche ich ja im Falle einer Unterzuckerung schnell ein paar Kohlenhydrate und kann dann nicht lange in irgendeiner Schlange stehen und warten bis ich etwas bekomme. Klar könnte man auch nur Traubenzucker einstecken, aber manchmal genügt der allein ja nicht. Das ganze hat natürlich nicht bei jedem Konzert geklappt, aber bei einigen und ohne den Diabetes wäre das gar nicht möglich gewesen.

3 Das Orakel

Bei mir und auch bei vielen anderen Diabetikern ist der Diabetes manchmal ein kleines Orakel in Bezug auf Krankheit. Schleichen sich eine Erkältung oder ein Infekt an, dann merke ich das meist schon ein paar Tage vorher an meinem Blutzucker. Er steigt dann einfach an und mag sich nicht mit Insulin korrigieren lassen. Das ist natürlich dann jedes Mal äußerst ärgerlich und nervig, aber  ich weiß dann worauf ich mich vorbereiten muss und kann mich mit allem Wichtigen eindecken.

4 Ernährungsexperte

Jeden Tag die Kohlenhydrate in Lebensmitteln berechnen, überlegen ob der Eiweiß- und der Fettgehalt im Essen so hoch sind, dass sie einen Einfluss auf die Blutzuckerkurve haben, schauen ob der Zucker in einem Lebensmittel auch wirklich Zucker ist oder ob es Zuckeralkohole sind … all das gehört zum Alltag eines Diabetikers. Ich kann viele Lebensmittel im Schlaf berechnen und weiß was den Blutzucker schnell bzw. langsam ansteigen lässt. Klar weiß man nicht alles, nur weil man sich täglich damit beschäftigt, aber man weiß bestimmt mehr als so manch „Gesunder“.

5 Gemeinschaft und Freundschaft

Die meisten Jahre meines Diabetes-Daseins kannte ich kaum andere Diabetiker. Mal habe ich welche in der Arztpraxis gesehen oder war mit welchen gemeinsam bei Schulungen. So richtigen Kontakt zu anderen Diabetikern, mit Gesprächen, Erfahrungsaustausch und co hatte ich nie wirklich. Vor ungefähr einem Jahr habe ich mich dann aber in einigen Facebookgruppen angemeldet und über diese , und über eine WhatsApp-Gruppe, ganz viele tolle Menschen mit Diabetes kennengelernt. So sind viele Freundschaften entstanden, die ich nicht mehr missen möchte. Hätte ich keinen Diabetes, würde ich all diese Menschen nicht kennen und darüber wäre ich sehr traurig, denn sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen.

Mir fallen noch ein paar Punkte mehr ein, aber erstmal soll hier Schluss sein. Was hat der Diabetes bei euch positiv beeinflusst ? Gibt es da etwas oder findet ihr eher, dass es nichts gibt, was man an dieser Erkrankung positiv sehen kann? Ich würde mich sehr über eure Meinungen und Erfahrungen freuen.

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