Ihr, einfach unverbesserlich

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Im Zuge der Blogwoche hat die liebe Divya von Traumzucker den heutigen Beitrag, hier auf meinem Blog, geschrieben. Es geht heute um die “Nebenwirkungen” des Diabetes. Ob Motivation, Depression oder einfach schlechte Laune, wir alle haben schon mit ihnen Bekanntschaft gemacht. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.

Lieber Diabetes,

es gibt da etwas, was ich dir sagen möchte.

Bevor du im September 2013 in mein Leben kamst, hatte ich nichts mit dir zu tun. Ich wusste nicht wer du bist, was du so anstellst und wie man dich hegen und pflegen muss. Heute, nach fast 5 Jahren mit dir, kann ich sagen, dass du manchmal ein ziemlicher Stinkstiefel und des Öfteren auch sehr egoistisch bist. Naja gut, was ich davon halte, weißt du glaube ich. Ich meine für mich wäre es schon nett gewesen, wenn du mich gefragt hättest, ob es in Ordnung wäre, wenn du deine Kumpel alle mitbringst. Inzwischen verstehen wir beide uns ja gut, aber dass ich mich dann zusätzlich auch noch mit deinen Kumpels Mr. Depression, Fräulein Schlechte-Laune (weil Blutzuckerschwankungen), Mrs. Genervt-Sein und Prof. Dr. Mutlos sowie Schwester Motiviert auseinandersetzen und ungewollte Bekanntschaften schließen muss, finde ich ehrlich gesagt zu viel verlangt. Du alleine bist teilweise schon sehr anstrengend und dann noch in Kombination mit Mr. Depression – ich sag besser nichts dazu.

Aber wie sagt man so schön? Ein Problem kommt selten allein. Hast du deine Kumpel auf dem Weg zu mir kennengelernt oder kennt ihr euch schon länger und seid wie meine Mädels und ich unzertrennbar? Ach mein lieber Diabetes-Freund, ich habe Fragen über Fragen an dich, doch leider kannst du dich verbal dazu nicht äußern. Inzwischen haben wir unsere Sprache und du signalisierst mir durch Symptome, wo der Schuh drückt und dann bekommst du, wie sowieso ja schon, 24/7 meine Aufmerksamkeit. Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie das für mich ist? Ich wache morgens auf, messe meinen Blutzucker, eventuell habe ich Kopfschmerzen oder sonst etwas. Du bist permanent präsent – unglaublich. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich derzeit keinen Partner habe und du noch 24/7 meine Aufmerksamkeit bekommst. Du könntest dich schon mal daran gewöhnen, dass du diese Aufmerksamkeit eines Tages teilen musst – wäre das eine Idee?

In den letzten Zeilen habe ich nun sehr viel gejammert. Du hast auch deine schönen und angenehmen Seiten. Ohne dich wäre ich erstmal nicht die Person, die ich heute bin. Ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, bin selbständiger geworden und habe die Chance bekommen, auf die Signale meines Körpers zu hören und auf diese einzugehen. Der Anfang der Bekanntschaft mit deinen Kumpel war etwas holprig, aber wir haben es geschafft. Inzwischen kennen wir uns alle und wissen, dass jeder Einfluss auf den anderen hat. Wir sind ein Team geworden, auch wenn es hier und da kleine Streitigkeiten gibt. Ich bin froh, dass es heute so ist, wie es ist und wünsche mir, dass es noch besser wird. Wir führen nun mal ein Leben miteinander und können es womöglich nicht ändern. Ihr seid alle – und zwar jeder mit seinen Macken, in meinem Körper am werkeln und das ohne Mittagspause und ohne Wochenende. An manchen Tagen ist es ein ruhigerer Arbeitstag und manchmal auch ganz schön hektisch, wie ich das dann dank der Symptome, die mich darauf aufmerksam machen, mitbekomme.

Mr. Depression , Prof. Dr. Mutlos, Schwester Motiviert, Mrs. Genervt-Sein, Fräulein Schlechte-Laune (Gezeichnet von Toni @zuckerbuntesleben)

Mr. Depression, Fräulein Schlechte-Laune, Mrs. Genervt-Sein, Prof. Dr. Mutlos und Schwester Motiviert machen mir in Kombination mit dir, so manchen Tag zur Hölle. Ja, ihr habt es durchaus auch schon geschafft, alle gleichzeitig meinen zu müssen, euren Senf dazu zu geben. Das ist wirklich nicht schön und eins will ich euch noch sagen. Es bin nicht nur ich die, die darunter leidet, wenn ihr euren Zoo veranstaltet. Habt ihr auch mal an meine Mitmenschen, meine Familie, meine Freunde gedacht? Ich glaube…nein, ich glaube nicht, ich weiß, dass ich, in Kombination mit euch allen, sehr sehr anstrengend sein kann. Könntet ihr euch vorstellen, mich jetzt mit eurem Schabernack in Ruhe zu lassen, mir meinen Urlaub zu gönnen und euch selber etwas zu entspannen? Ich denke, dass das die beste Möglichkeit für uns alle ist.

Ihr seid in meinem Körper, das weiß ich. Ich bin dabei, euch alle zu akzeptieren, bemühe mich, aber ich würde mir wünschen, dass wir alle Rücksicht aufeinander nehmen und uns nicht egoistisch die Köpfe einschlagen.

Ihr Lieben, auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

(Ein Text von Divya Nübling)

 

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