Diabetes-Kompetenz-Freizeit auf Gut Ankelohe

Vom 23.07.-30.07.2017 fand die Diabetes-Kompetenz-Freizeit auf Gut Ankelohe statt. Das ist eine Freizeit für Kinder die Diabetes Typ 1 haben, ihre Eltern und Geschwister. Die meisten Kinder waren mit einem Elternteil und einem bis zwei Geschwisterkindern dabei. Vom Alter her waren die Kinder alle zwischen 2,5 und 12 Jahre alt.

Gut Ankelohe

Ich selbst bin als Betreuerin mitgefahren. Aufmerksam, auf die Freizeit, bin ich durch Facebook geworden. Dort hatte die Organisatorin in mehreren Facebookgruppen einen Aufruf gestartet, weil sie noch Betreuer suchte, die selber Diabetes haben. Als ich ihre Anzeige las, fand ich das ganze Projekt sehr interessant und rief sie an. Nach einem langen Telefonat wurde ich zu einem Mitarbeitertreffen eingeladen. Bei dem Treffen lernte ich einige der anderen Mitarbeiter kennen und fühlte mich in der Runde gleich wohl. Wir erarbeiteten Workshops, sammelten Ideen und planten die Freizeit.  Mit jeder Woche, die anschließend verging, stieg die Vorfreude auf die Freizeit und ich konnte kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht.

Unser erster Wochenplan. Während der Woche wurde er nochmal erneuert, da es ein paar Änderungen gab.

 

Am 23.07.2017 war es dann endlich so weit. Mein Freund hat mich morgens nach Stellingen gebracht, von wo aus ich von der lieben Marie mitgenommen wurde. Sie ist auch als Betreuerin mit auf die Freizeit gefahren und hat selber auch Diabetes Typ 1. Als wir nach ungefähr zwei Stunden Fahrt ankamen, ging es auch schon direkt mit einem Teammeeting los. Es musste noch einiges erledigt und geplant werden. Ein Plan für die ganze Woche wurde gemalt, Bilder für unser KE-Schätzspiel ausgedruckt und laminiert und noch viel mehr. Gegen frühen Abend kamen also die ganzen Kinder mit ihren Eltern an und wir haben sie erstmal herzlich begrüßt, sie ihren Zimmern zugeteilt und sie ankommen lassen. Nach einer Begrüßung, Vorstellung des Wochenplans und anderem organisatorischen Kram, wurde dann gegrillt und alle konnten sich ein wenig kennenlernen. In den darauffolgenden  Tagen gab es am Vormittag immer abwechselnd eine Gesprächsrunde für die Eltern und eine für die Kinder. Waren die Eltern dran, gab es für die Kids eine Betreuung mit Spiel- und Bastelangeboten und waren die Kinder dran, hatten die Eltern Zeit für Gespräche und Selbsthilfegruppen. Anschließend gab es immer abwechselnd Capoeira oder ein Bewegungsprogramm.

 

Gemeinsames Blutzucker-Messen stand natürlich auch regelmäßig auf dem Plan.

Der Nachmittag konnte von den Eltern und Kindern mitgestaltet werden. Einen Nachmittag gab es eine Gesprächsrunde für die Eltern, in der es um den Diabetes in der Pubertät ging. Dort konnten sie uns Diabetikern, bzw. denen die eine Pubertät mit Diabetes hatten und bei denen es noch nicht allzu lang her ist, alle möglichen Fragen stellen die ihnen einfielen.
Einen anderen Nachmittag habe ich mit den älteren Kids eine Runde zum Thema KE-Schätzen gemacht. Wir haben über Tricks und Tipps gesprochen, die es einem im Alltag erleichtern die KE von Lebensmitteln zu schätzen oder auszurechnen. Solche Gespräche finde ich immer sehr spannend und ich finde es ist einfach toll, wenn man sich mit anderen Menschen über solche Themen austauschen kann. Im normalen Alltag ist das ja leider nicht so oft möglich, außer man hat Freunde mit Diabetes.                               Das Gestaltungsangebot auf der Freizeit war auch sehr vielseitig. Von Indianerkopfschmuck, über Fingertrommeln und Nassfilzen war alles dabei.

Am Mittwoch waren wir bei schönstem Sonnenschein in Wremen am Strand. Das war eine tolle Auszeit und wir haben alle das tolle Wetter sehr genossen. Abends gab es dann noch ein kleines Lagerfeuer. Ein weiteres Lagerfeuer stand für den nächsten Tag auf dem Programm und dabei gab es sogar Stockbrot und eine Nachtwanderung, die bei den Kindern sehr gut ankam.

 

Ein Highlight am Donnerstag war noch, dass wir ein Geburtstagskind hatten und es morgens zum Frühstück schon sehr leckere Cupcakes gab, die am Abend vorher von Marie gebacken wurden.

Es entstanden Freundschaften, es gab tolle Gespräche und die Kinder wollten teilweise gar nicht mehr weg nach dieser ereignisreichen Woche.

Spaß und gute Laune gab es viel.

Sandburgen wurden gebaut, es wurde viel geschaukelt, getobt, gemalt, gebastelt und noch ganz viel mehr. Die größeren Kinder bezogen die Kleineren gut mit ein und alle passten aufeinander auf. Viele der Kinder hatten Insluinpumpen, die mit einem CGM verbunden sind und Alarme bei zu hohen oder zu niedrigen Werten geben. Piepte es also irgendwo, hörte man immer ein „Wer piept denn schon wieder!“ oder die Kinder sagten uns Betreuern bescheid, dass irgendwer piept. Man selber wird durch das ganze Gepiepse irgendwann leicht paranoid und schaut dauernd auf die eigene Pumpe, denn die könnte es ja auch sein.            Am Spielen und Toben haben uns die piependen Pumpen und der Diabetes jedoch nicht gehindert. Egal ob Diabetes-Kinder oder Geschwister, alle hatten sehr viel Spaß zusammen und das ist doch das Wichtigste bei einer Freizeit für Kinder.                                                     Alle Kids haben viel gelernt in dieser Woche und einige haben sich zum ersten Mal so einiges getraut. Vom FGM-Setzen über selber Katheter setzen und noch einiges mehr. Sie können ALLE stolz auf sich sein. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz auf alle von ihnen. Zwar war ich sehr geschafft nach den acht Tagen, jedoch fand ich es sehr schade, dass die Freizeit so schnell vorbei war.

Diabetes verbindet! (Zwei der größeren Mädels mit den tollen Stickern von Pep Me Up)

 

Besonders toll war noch, dass ich dank der lieben Steffi von Pep Me Up – Diabetes Blog, ganz viele bunte Aufkleber für die Freestyle Libre Sensoren der Kinder hatte.
Nicht alle brauchten oder wollten am Ende einen, aber viele haben sich sehr über die Sticker gefreut. So wird der Diabetes gleich ein wenig bunter und hübscher. Man hat nicht einfach nur einen weißen Sensor am Arm kleben, sondern dank der Sticker sieht er viel besser aus.

Manche Kinder hatten ihre Libre-Sensoren mit einem Tape am Arm gesichert und ich habe mich erst gefragt, ob die Sticker darauf halten. Wir haben es dann einfach ausprobiert und ich muss sagen, es hat wunderbar geklappt. Die Sticker haben auch auf den Tapes sehr gut gehalten und so konnten alle die wollten ihren Libre verschönern. Sowohl Klein als auch Groß waren begeistert und haben sich die Sensoren bekleben lassen. Also nochmal ein riesiges DANKE an dich Steffi! Ich bin dir sehr dankbar für die Unterstützung. Du hast damit so einige Kinderaugen zum Leuchten gebracht.

Auch unsere Lenny-Family war bei den Kindern sehr beliebt. Den Lennys wurden fleißig Katheter gesetzt, Hosen an- und ausgezogen, Pumpen angehängt und noch viel mehr. Meiner (der eigentlich Theo heißt 😉 ) hat sogar einen Ausflug auf die Schaukel gemacht. Die anderen Lennys haben beim Capoeria mitgemacht oder waren für das Feedback am Abend zuständig. Auf jeden Fall haben sie auch alle einiges erlebt in der Woche.

Mein Fazit ist, dass ich es unglaublich toll fand und das ich im nächsten Jahr sehr gerne wieder dabei wäre. Das Team war einfach klasse, genau wie die Eltern und Kinder. Diese Gemeinschaft, die in der Woche immer weiter zusammengewachsen ist, ist so wunderbar. Anfangs war es natürlich etwas chaotisch, aber mit jedem weiteren Tag hat sich alles immer besser eingespielt. Vielleicht konnte ich  ja euer Interesse fürs nächste Jahr wecken. Ist das der Fall, dann guckt doch einfach mal auf der Internetseite der Diabetes-Kompetenz-Freizeit vorbei und informiert euch.

 

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5 thoughts on “Diabetes-Kompetenz-Freizeit auf Gut Ankelohe

  1. Ich muß sagen nach dem 1.Chaos,was hauptsächlich dem geschuldet war,dass wir uns alle finden mussten und kennenlernen,fand ich die ganze Zeit super.Vor allem Ronja hat es gut getan mit gleichalten Kindern Freizeit zu verbringen,die auch Diabetes haben und die gleichen Probleme und Ängste.Genau wie wir Eltern.Ich Selbst habe seit 38 Jahren Diabetes und ich glaube mir hätte soetwas auch gut getan.

  2. Leider war ich als Mama nicht dabei, kann aber berichten, dass meine beiden (Mathilda Typ l und Kimberly ) es super fanden. Vor allem; dass sie Bekannte aus der letzten Freizeit wieder getroffen haben und trotz der Erkrankung sehr viele Freiheiten genießen konnten. Es war für meine Kinder und Mann eine erfahrungsreiche und sehr schöne Woche. Unsere erst 4-jährige Tochter hat seitdem enorme Fortschritte im Umgang mit dem Diabetes gemacht. Wir danken dem Orga-Team sehr.

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